Freitagskonzert 3 Beethoven Orchester Bonn

Beethoven Orchester Dummy 2017
Freitag 30 Nov 2018 20:00
Opernhaus Bonn
Am Boeselagerhof 1
53111 Bonn

Veranstaltungsinfos

Anatoli Liadow
Aus der Apokalypse op. 66

Dmitrij Schostakowitsch
Konzert für Violoncello und Orchester Nr. 1 Es-Dur op. 107

Jules Massenet
Visions, poème symphonique

Claude Debussy
La Mer (Trois Esquisses symphoniques)

Truls Mørk Violoncello

Beethoven Orchester Bonn
Dmitri Jurowski Dirigent

19:15 Konzerteinführung

Den Taktstock hält in diesem Konzert, das Claude Debussy Tribut zollt, der Sproß einer bedeutenden Musikerfamilie: ­Dmitri Jurowski, Enkel von Vladimir und Sohn von Mikhail Jurowski und seinerseits ein international gefragter Künstler. Hauptwerk seines Konzertes ist das grandiose Tongemälde La Mer. Vor genau 100 Jahren starb der größte französische Komponist des 20. ­Jahrhunderts, der Wegbereiter der Moderne. Die "unsichtbaren Gefühle der Natur" wollte er mit einem Stück einfangen, das nur dem Titel nach "Skizzen" erklingen lässt: Seine "Trois esquisses symphoniques" sind genauestens durchkonstruierte Gebilde, die eher an die großen Sinfonien von César Franck oder Tschaikowski erinnern, als an Programmusik à la Zauberlehrling (Dukas) oder Don Quixote (Strauss).

"Wie fühlt sich der Mensch im Angesicht des Meers?" Das fragte sich Debussy, der keine Seesternchen, Sardinenschwärme oder Schaumkronen vertonen wollte, auch wenn auf der Titelseite der ersten Ausgabe des Stücks der berühmteste japanische Holzstich Die große Welle von Hokusai prangte. Die Gewalt dieser Welle, vom großen Schwung bis in die kleinsten Verästelungen, spüren wir in jedem Takt dieses Meisterwerks.

Instrumentaler Gast des Abends ist der norwegische Cellist Truls Mørk. Es gibt zahlreiche gute Cellist*innen auf den Bühnen dieser Welt, Truls Mørk aber ragt aus ihrer Zahl heraus. Bei kaum einer Musiker*in ergänzen sich intuitives Spiel und Reflexion so wie bei ihm. Wer ihn Bach spielen hört, wer ihn in Schumanns oder Dvoráks Cellokonzerten erlebt hat, wird ihn nie wieder vergessen. In Bonn tritt er mit einem seiner Paradestücke an, dem farbigen, düsteren, zarten, harschen – dem widersprüchlichen ersten Cellokonzert von Dmitrij Schostakowitsch, einem weiteren Schlüsselwerk des 20.Jahrhunderts. Der ­russische Komponist schrieb es 1959 für seinen Freund Mstislav Rostropowich, ein Cellist, den Truls Mørk sehr verehrt.