Freitagskonzert 4 Beethoven Orchester Bonn

Beethoven Orchester Dummy 2017
Sonntag 16 Dez 2018 19:00
Opernhaus Bonn
Am Boeselagerhof 1
53111 Bonn

Veranstaltungsinfos

Ludwig van Beethoven
Wellingtons Sieg oder die Schlacht bei Vittoria op. 91
Klaviertrio op. 70 Nr. 1 Es-Dur Geistertio
Sinfonie Nr. 9 d-Moll op. 125

Beethoven Trio Bonn

Mikhail Ovrutsky Violine
Grigory Alumyan Violoncello
Jinsang Lee Klavier
Inga-Britt Andersson Sopran
Dshamilja Kaiser Mezzosopran
Vincent Wolfsteiner Tenor

Tokyo Oratorio Society
Hiroshi Gunji/Tomoya Watanabe
Einstudierung

Beethoven Orchester Bonn
Dirk Kaftan
Dirigent

18:15 Konzerteinführung

"Seid umschlungen, Millionen!" Diese Worte erklangen in Japan zum ersten Mal am 1.Juni 1918, im deutschen ­Kriegsgefangenenlager von Bando, Präfektur Tokushima. Dort musizierten deutsche Soldaten, die zum Teil seit vier Jahren in diesem Lager lebten, zusammen mit japanischen Musikern. Der Chor, der den vierten Satz sang, bestand ausschließlich aus Männern. Eine den Gefangenen gegenüber respektvoll und freundlich auftretende Lagerleitung hatte innerhalb von vier Jahren ein reges kulturelles Leben und fruchtbaren Austausch zwischen Lagerinsassen und lokaler Bevölkerung aufkeimen lassen. Noch heute erinnert man mit den zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannten Archivbeständen des Lagers und mit jährlichen Aufführungen der "Neunten" an diese aus Leid und Not geborene Stätte der Begegnung. Daran knüpft das Orchester mit seiner Aufführung von Beethovens 9. Sinfonie an. Damit ist die lange BeethovenNacht in diesem Jahr Teil seiner Konzerte, die sich mit dem Kriegsende vor 100 Jahren auseinandersetzen.  

Nach drei Sätzen des Welten-Errichtens und Zertrümmerns ließ Beethoven ausrufen: "Freunde, nicht diese Töne!" Auch das Orchester will fragen: "Um welche Töne geht es denn?" Dazu beginnt der Abend mit einem Werk, in dem der große Bonner Sohn sich durchaus an die Mächtigen seiner Zeit heranmacht, mit seinem Schlachten- und Siegesgemälde "Wellingtons Sieg oder die Schlacht bei Vittoria". Wenn Beethoven als Zeitgenosse ernstgenommen werden wollen, muss er als ganzer betrachtet werden. Auch bei diesem Stück wird hinterfragt, was es mit dem Zuhörer macht, mit welchen Gefühlen er aus seiner Aufführung hinausgeht.

Schließlich, im Kontrast zu diesen beiden Monumentalwerken: Intime, konzentrierte, herrliche Kammermusik, ­nämlich das sogenannte Geistertrio, das in dem namensgebenden langsamen Satz in eine für Beethoven ungewöhnliche, wirklich geisterhafte Leere führt. Im Beethoven Trio Bonn spielen neben dem Pianisten Jinsang Lee der Konzertmeister Mikhail Ovrutsky und der Solo-Cellist Grigory Alumyan.